Donnerstag, 30. April 2009

Alltag

Er hat mich wieder. Der Alltag. Bereits läuft Woche zwei nach dem Trainingslager und ist sogleich die letzte Woche im April! Noch 73 Tage bis zum Ironman. Sch... das ist nicht mehr so lange...
Naja - keine Panik... noch nicht.

Um noch einmal auf den Alltag zurück zu kommen. Er ist wieder herrschend. Der Tag ist mit routinemässigen Abläufen vollgestopft, Ausbrüche daraus sind fast nicht möglich. Leitplanken sind ja auch etwas gutes, aber müssen die denn wirklich so dominierend sein? Mich schränkt der Arbeitstag jedenfalls wieder ein. Denn solange man nicht wirklich seinen "Traumjob" gefunden hat, der sich aber auch noch mit viel Freizeit kombinieren lässt, sind aus meiner Sicht immer Fragen nach dem Warum angebracht. Vom hohen Gehalt habe ich jetzt bewusst nichts gesagt :) Also, suchen wir weiter. Oder machen wir weiter - wie bisher.

Ansonsten läuft es sportlich soweit gut. Letzte Woche war der aktiven Erholung zugeschrieben und diese Woche zieht das Training langsam wieder an. Meine "kleine" Verletzung (Tractus-Syndrom) scheint wieder in Ordnung zu sein. Hoffe mal, dass es so bleibt. Noch einen mindestens zweiwöchigen Laufausfall kann ich mir fast nicht leisten. Das Gefühl schwindet schnell und beim Wiedereinstieg kann man auch nicht gleich wieder von null auf hundert steigern. Die Gefahr für eine neuerliche Verletzung wäre zu gross.

Das Trainingslager hat sich hinsichtlich des Radfahrens ausgezahlt. Die Steigerung in den sportartspezifischen Komponenten Kraft, Kraftausdauer und Grundlagen ist offensichtlich. Um dies in Zahlen zu belegen wäre jetzt eigentlich bald mal eine Leistungsüberprüfung angesagt - wenn das doch nur nicht immer so teuer wäre :(



Freue mich auf die kommenden Trainingstage - noch ein Tag bis zum Wochenende! Dem ersten Mai sei Dank.

Sandro

Montag, 20. April 2009

Trainingslager Cambrils (Spanien): Phase 2

Die zweite Woche begann mit dem Sonntag, da Samstag ein Ruhetag war. Eine längere Radfahrt stand auf dem Programm. Heute, zeitweise Sonne, aber extrem starker Wind und kühle Temperaturen. Mit Fabian zusammen kämpfte ich auf unserem „Ego-Trip“ gegen den Wind an. Nach ca. 1:30h setzte ich diese Ausfahrt noch alleine fort. Heute versuchte ich nach zweiwöchiger Laufpause den Wiedereinstieg. Soweit so gut, wobei man dies ganz sicher nicht als wirkliches Lauftraining bezeichnen konnte.

Montag: Ziemlich sonnig, wiederum stark windig, begann dieser Tag. Motiviert machten wir uns an unser Pensum. Zu meckern gab es an diesem Tage nichts. Wunderbare Fahrt mit vielen Höhen- und einigen Kilometern.
Steiler Aufstieg, wunderbare Aussicht: Siruana
Steiler Aufstieg, wunderbare Aussicht: Siruana

Dienstag: Heute viel es mir sehr schwer nicht auf eine lange Radfahrt zu starten. Dies weil, seit der Zeit welche ich hier bin, erstmals schon morgens die angenehmsten Witterungsbedingungen herrschten. Stattdessen gingen wir etwas Schwimmen... und ich verrenkte mir bei ein paar kurzen Sprints etwas im Nacken. Super gemacht. Nachmittags stand noch eine Lauf-Analyse auf dem Programm. Gegen Abend war ich, sagen wir mal, mental angeschlagen. Nicht so mein Tag.

Mittwoch: Erfolgreicher und zufriedenstellender Tag. Wetterglück mit mehrheitlich Sonnenschein. Regen 0,0 mm. :-) Schnelle und lange Radfahrt mit anschliessendem kurzen Lockerungslauf.

Donnerstag: Tempo-Training mit Laktatmessung. Ein hilfreiches Training um ein Geschwindigkeitsgefühl im Verhältnis zum anfallenden Laktat im Blut zu bekommen. Durchgeführt haben wir zwei Messungen. Die erste hätte tiefer sein sollen als die zweite. Ich ging aber die ersten ca. 12 km „zu schnell“ (wie immer ) an was in einer zu hohen Laktatkonzentration resultierte. Auf Rat des Coachs fuhr ich im zweiten Durchgang etwas langsamer und traf dann die für lange Distanzen ertragbare Laktatkonzentration. Da werden aber in Zukunft noch Veränderungen angestrebt...

Freitag: Der letzte richtige Trainingstag. Start mit Fabian zum gemeinsamen Radtraining. Wir suchten uns zum Abschluss noch einmal eine extra schöne Route aus. Einer der schönsten Aufstiege in der Region – auf den 'La Mussara'.La Mussara
Ich benötigte heute ehrlich gesagt ca. eine Stunde bis ich im „Tramp“ war. Am Fusse der vorhin erwähnten Kletterpartie habe ich sie aber doch noch einmal gefunden. :-) Im Hinterland pustete einem ein harter Gegenwind entgegen und das Thermometer am Fahrrad-Computer zeigte in den Abfahrten gerade mal noch um die 11 Grad Celsius an... Die Wende hinsichtlich der Kühle kam und somit stieg bei mir auch neuerlich die Bereitschaft verstärkt zu belasten.

Samstag: Der Abreisetag. Ich nahm ihn als vollständiger Ruhetag. Genug Belastung wurden 15 Stunden im Car.....

Fazit: Trainingslager erfolgreich. Wetter in der ersten Woche mehr schlecht als recht, aber die zweite Woche besserte die Bilanz massiv auf. Der Schwerpunkt Radfahren, mit dem Ziel der Schaffung einer guten Ausgangslage in der Grundlagenausdauer aber auch der Kraft, konnte ich gut umsetzen. Ich muss mir die Trainingsauswertungen dann mal noch genau anschauen, glaube aber dass das schon gepasst hat.

Samstag, 11. April 2009

Trainingslager Cambrils (Spanien): Phase 1

Die Aufwärmphase. Nach einer nicht mehr enden wollenden Busfahrt von Zürich nach Cambrils war ich am Samstag Morgen 10:15 Uhr doch noch in Cambrils angekommen. Nur schon auf dem kurzen Teilstück von Zürich bis Bern hatten wir 3.5 Stunden Fahr-/ und Aufsammelzeit zu verbuchen... Wie auch immer. Angekommen bin ich. Konnte sogar relativ „gut“ schlafen. Der Empfang war genau so wie ich ihn mir gewünscht hatte. Die Sonne schien! Die Temperatur war ebenfalls in Ordnung. Man erblickte das eine oder andere bekannte Gesicht und die Welt war in Ordnung.

Das erste „Training“, der sogenannte Prolog, absolvierte ich ohne Gruppe. Ein ganz lockeres Radtraining. Auch darum so locker, weil ich leider mit etwas negativen Vorzeichen ins Trainingslager gefahren bin. Vor gut einer Woche fing ich mir eine Verletzung ein. Hier jetzt alles zu erklären was und wie würde zu viel werden. Ich kenne das Gefühl eben leider einfach, wenn es in der Region der „Läuferknie-verursachenden-Sehne“ (sog. Tractus-Syndrom) plötzlich zwickt. Unangenehm und sehr ärgerlich. Bei mir gehen dann die Alarmglocken an und leider versteife ich mich auf die MÖGLICHE Verletzung. Die lockere Fahrt dauerte nur gerade 1h 40. Aber zum Anfang reicht's.
Befinden: leichte Verunsicherung, aber eigentlich motiviert!

Sonntag: Schönes Wetter, gutes Frühstück und um 10:00 Uhr Start zur etwas längeren, aber lockeren Ausfahrt. Ich jedenfalls habe mich eigentlich während der gesamten Fahrt daran gehalten und bin im lockeren Bereich geblieben. Gut, in den Anstiegen kam ich schon auch in den mittleren Bereich. Aber das ist auch in Ordnung so. Ich habe zwei Wochen, genug Zeit also, um Umfang und Intensität langsam zu steigern. Das war es dann für mich auch fast schon mit Training. :)
Befinden: motiviert, fit

Montag: Wetter leider stark bewölkt, aber kein Regen. Heute stand eine Schwimm-Analyse im Hallenbad von Cambrils auf dem Plan. Anfangs war ich etwas, sagen wir mal, leicht genervt über den Platzmangel. Wir hatten zwar drei Bahnen für unser Camp, aber da waren einfach zu viele Teilnehmer auf diesen ultra schmalen Bahnen – ich schwamm vier Längen und setze dann aus. Zu viel Tumult. Erst dachte ich, dies sei schon der erste Ruhetag. Ich kam aber noch zum Schwimmen :) und am späten Nachmittag ging ich, wiederum alleine, auf eine kurze Ausfahrt mit dem Rad.
Befinden: relativ motiviert, hoffe auf positive Schlüsse aus der Analyse

Dienstag: stark bewölkt und teils starker Regen. Mit dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt, hier die Hoffnung auf etwas Sonne, machten wir uns mit der Triathlon-Gruppe auf die geplante Ausfahrt. Nach einer viertel Stunde war so ziemlich alles nass. Ich war hin und her gerissen zwischen Spass und Anschiss. Die Temperatur wurde immer kälter je weiter wir ins Land hinein- und je höher wir fuhren. Kurz gesagt: Wir waren nach 2h 30min wieder zurück im Hotel. Ich war ziemlich durchgefrohren. Aufwärmen im SPA war angesagt.
Befinden: fit, aber die Motivation hält sich in Grenzen!

Mittwoch: Wenn man ein Trainingslager im Süden plant, freut man sich auf sonnige Radausfahrten! Das ist ja auch das Ziel, sonst könnte man auch in der Schweiz bleiben. Spanien ist eben auch nicht mehr was es mal war :) Oder dann sind wir einfach zwei bis drei Wochen zu früh hier unten!!!
Auch heute, bewölkt, kalt und immer wieder Regen! Zum Kotzen! Die Ausrüstung von gestern natürlich noch nass oder zumindest feucht. Radfahren gestrichen. Hoffe auf ein gutes Schwimmtraining.
Befinden: Total unverbraucht, kein „Trainings-High“ im Sinne von einem gut trainierten Gefühl. Es kann nur noch besser werden... ;)

Donnerstag: Endlich Sonnenschein!!! Und endlich eine lange Ausfahrt! So muss es sein. Fühle mich auf dem Rad bereits ziemlich gut. Dies trotz der Tatsache, dass ich noch nicht viele Kilometer in den Beinen habe. Theoretisch würde dies erst mal Grundlagen pauken bedeuten. Habe ich auch. ABER es gab viele wirklich intensive Sequenzen in diesem Training. Am letzten Anstieg hatte ich den „Auftrag“ in einer mittleren Intensität hochzufahren und dort wollte mir Olivier die Laktatkonzentration im Blut messen. Zielbereich: 2.5 bis 3 mmol. Ich konnte mich einfach nicht zügeln... :-) Daran muss ich noch arbeiten – denn auf den 180 km am 12. Juli sollte ich nicht zu oft in diesen roten Bereich fahren...
Befinden: zufrieden mit dem Training und endlich einmal müde!

Freitag: was soll ich sagen: Ihr erratet es sicher: Genau, es regnete in Spanien mal wieder. Ich musste also wieder einmal alle Motivation zusammen nehmen und mit den anderen Genossen auf's Rad! Was macht man nicht alles... Vielleicht bringt es wenigstens etwas Härte. Man erzählt es sich jedenfalls so... :-) Hab ich schon gesagt: Es kann wieder einmal nur noch besser werden.....


Phase 1 ist abgeschlossen. Eine Woche Trainingslager liegt bereits hinter mir. Nicht ganz was ich mir versprochen habe, aber dafür stimmt das soziale Umfeld. Nette Kollegen, darin eingeschlossen die drei super Leiter des Triathlon-Camps!
Mal schauen was Woche zwei bringt.

Bis dann...