Die Aufwärmphase. Nach einer nicht mehr enden wollenden Busfahrt von Zürich nach Cambrils war ich am Samstag Morgen 10:15 Uhr doch noch in Cambrils angekommen. Nur schon auf dem kurzen Teilstück von Zürich bis Bern hatten wir 3.5 Stunden Fahr-/ und Aufsammelzeit zu verbuchen... Wie auch immer. Angekommen bin ich. Konnte sogar relativ „gut“ schlafen. Der Empfang war genau so wie ich ihn mir gewünscht hatte. Die Sonne schien! Die Temperatur war ebenfalls in Ordnung. Man erblickte das eine oder andere bekannte Gesicht und die Welt war in Ordnung.
Das erste „Training“, der sogenannte Prolog, absolvierte ich ohne Gruppe. Ein ganz lockeres Radtraining. Auch darum so locker, weil ich leider mit etwas negativen Vorzeichen ins Trainingslager gefahren bin. Vor gut einer Woche fing ich mir eine Verletzung ein. Hier jetzt alles zu erklären was und wie würde zu viel werden. Ich kenne das Gefühl eben leider einfach, wenn es in der Region der „Läuferknie-verursachenden-Sehne“ (sog. Tractus-Syndrom) plötzlich zwickt. Unangenehm und sehr ärgerlich. Bei mir gehen dann die Alarmglocken an und leider versteife ich mich auf die MÖGLICHE Verletzung. Die lockere Fahrt dauerte nur gerade 1h 40. Aber zum Anfang reicht's.
Befinden: leichte Verunsicherung, aber eigentlich motiviert!
Sonntag: Schönes Wetter, gutes Frühstück und um 10:00 Uhr Start zur etwas längeren, aber lockeren Ausfahrt. Ich jedenfalls habe mich eigentlich während der gesamten Fahrt daran gehalten und bin im lockeren Bereich geblieben. Gut, in den Anstiegen kam ich schon auch in den mittleren Bereich. Aber das ist auch in Ordnung so. Ich habe zwei Wochen, genug Zeit also, um Umfang und Intensität langsam zu steigern. Das war es dann für mich auch fast schon mit Training. :)
Befinden: motiviert, fit
Montag: Wetter leider stark bewölkt, aber kein Regen. Heute stand eine Schwimm-Analyse im Hallenbad von Cambrils auf dem Plan. Anfangs war ich etwas, sagen wir mal, leicht genervt über den Platzmangel. Wir hatten zwar drei Bahnen für unser Camp, aber da waren einfach zu viele Teilnehmer auf diesen ultra schmalen Bahnen – ich schwamm vier Längen und setze dann aus. Zu viel Tumult. Erst dachte ich, dies sei schon der erste Ruhetag. Ich kam aber noch zum Schwimmen :) und am späten Nachmittag ging ich, wiederum alleine, auf eine kurze Ausfahrt mit dem Rad.
Befinden: relativ motiviert, hoffe auf positive Schlüsse aus der Analyse
Dienstag: stark bewölkt und teils starker Regen. Mit dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt, hier die Hoffnung auf etwas Sonne, machten wir uns mit der Triathlon-Gruppe auf die geplante Ausfahrt. Nach einer viertel Stunde war so ziemlich alles nass. Ich war hin und her gerissen zwischen Spass und Anschiss. Die Temperatur wurde immer kälter je weiter wir ins Land hinein- und je höher wir fuhren. Kurz gesagt: Wir waren nach 2h 30min wieder zurück im Hotel. Ich war ziemlich durchgefrohren. Aufwärmen im SPA war angesagt.
Befinden: fit, aber die Motivation hält sich in Grenzen!
Mittwoch: Wenn man ein Trainingslager im Süden plant, freut man sich auf sonnige Radausfahrten! Das ist ja auch das Ziel, sonst könnte man auch in der Schweiz bleiben. Spanien ist eben auch nicht mehr was es mal war :) Oder dann sind wir einfach zwei bis drei Wochen zu früh hier unten!!!
Auch heute, bewölkt, kalt und immer wieder Regen! Zum Kotzen! Die Ausrüstung von gestern natürlich noch nass oder zumindest feucht. Radfahren gestrichen. Hoffe auf ein gutes Schwimmtraining.
Befinden: Total unverbraucht, kein „Trainings-High“ im Sinne von einem gut trainierten Gefühl. Es kann nur noch besser werden... ;)
Donnerstag: Endlich Sonnenschein!!! Und endlich eine lange Ausfahrt! So muss es sein. Fühle mich auf dem Rad bereits ziemlich gut. Dies trotz der Tatsache, dass ich noch nicht viele Kilometer in den Beinen habe. Theoretisch würde dies erst mal Grundlagen pauken bedeuten. Habe ich auch. ABER es gab viele wirklich intensive Sequenzen in diesem Training. Am letzten Anstieg hatte ich den „Auftrag“ in einer mittleren Intensität hochzufahren und dort wollte mir Olivier die Laktatkonzentration im Blut messen. Zielbereich: 2.5 bis 3 mmol. Ich konnte mich einfach nicht zügeln... :-) Daran muss ich noch arbeiten – denn auf den 180 km am 12. Juli sollte ich nicht zu oft in diesen roten Bereich fahren...
Befinden: zufrieden mit dem Training und endlich einmal müde!
Freitag: was soll ich sagen: Ihr erratet es sicher: Genau, es regnete in Spanien mal wieder. Ich musste also wieder einmal alle Motivation zusammen nehmen und mit den anderen Genossen auf's Rad! Was macht man nicht alles... Vielleicht bringt es wenigstens etwas Härte. Man erzählt es sich jedenfalls so... :-) Hab ich schon gesagt: Es kann wieder einmal nur noch besser werden.....
Phase 1 ist abgeschlossen. Eine Woche Trainingslager liegt bereits hinter mir. Nicht ganz was ich mir versprochen habe, aber dafür stimmt das soziale Umfeld. Nette Kollegen, darin eingeschlossen die drei super Leiter des Triathlon-Camps!
Mal schauen was Woche zwei bringt.
Bis dann...