Montag, 29. Juni 2009

Kommt alles gut?

Der Countdown läuft! Noch zwölf Tage bis zum Start und in zwei Wochen ist bereits alles gelaufen.

Kommt alles gut am 12. Juli? Bin ich wirklich gut vorbereitet? Das Trainingstagebuch lässt darauf schliessen. Keine Lücken. Viele gute Einheiten. Lange und auch harte. Doch die Unsicherheit bleibt.
Hätte man nicht da und dort noch etwas machen müssen? Hat das wirklich gereicht? Genug Rad gefahren? Habe ich genug gebissen? Nach oder eher während einem langen Lauf wird mir jeweils bewusst, dass ich jetzt am Wettkampf bereits 3.8 km geschwommen und 180 km Rad gefahren wäre... und somit bereits sicher nicht mehr ganz so locker unterwegs sein kann... WIE soll das gehen?

Eine lange Vorbereitungszeit liegt nun bald hinter mir. Viele Stunden auf dem Rad, in den Laufschuhen oder im Pool. Wäre die Aufgabe nicht Ironman, ich würde mir definitiv keine Sorgen machen! So aber sind viele Fragen offen. Wie läuft das Schwimmen? Komme ich schnell in meinen Rhythmus und werde ich nicht ewig in Schlägereien verwickelt sein? Schaffe ich die Distanz in nützlicher Frist? Sind die Beine gut auf dem Rad? Klappt es mit der Ernährung? Was mache ich mit Rückenschmerzen? Wie wirken sich 180 km auf den abschliessenden Marathon aus?

Auf jede Frage gibt es eine Antwort: JA, es wird schon irgendwie gut kommen. Mach dich auf Probleme gefasst. Doch finde auf jedes Problem eine Lösung. Ich versuche gerade positives Denken anzuwenden.

Ich bin vorbereitet. Gut vorbereitet. Das muss ich mir immer wieder in Erinnerung rufen. Hoffe auf gutes Wetter, nicht zu heiss, aber kein Regen und nicht unter 18 Grad! :-) Ja, das sind noch Wünsche...

Natürlich zähle ich auch auf lautstarke Anfeuerungsrufe von "meinen" Leuten am Strassenrand! Das pusht und motiviert.

Trotz all der Vorbereitung: Eines bleibt gewiss - es wird ein langer Tag werden. Ich hoffe auf einen starken Tag.

Sandro

Dienstag, 23. Juni 2009

Ziele

Ziele sind eigentlich in allen Lebenslagen elementar um - möglicherweise - Erfolg zu haben. Im Sport, im Beruf und im Privatleben. Ziele motivieren, treiben an. Dazu, so besagt es die Theorie, müssen Ziele realistisch, erreichbar, zeitlich begrenzt und messbar sein.

Ziele im Sport (Im Besonderen Wettkampf-Ziele)
1. Realistisch und erreichbar
Mit dem 'Realistisch' habe ich im Sportbereich etwas Mühe. Klar, ich setze mir nicht das Ziel, dass ich als Amateur am Ironman Zürich den Profi Ronnie Schildknecht schlage. Dies wäre absurd und unrealistisch.
Ich finde im Sport darf man seine Ziele aber ruhig etwas gewagt definieren. Wo bleiben sonst die Visionen und Emotionen? Man sollte bei Nichterreichen seiner kühnsten Ziele (vielleicht sollte man sie Träume nennen) einfach nicht zu fest enttäuscht sein...

Darum definieren Sportler meist zwei bis drei verschiedene Ziele:
- das realistische, sehr wahrscheinlich erreichbare und öffentlich kommunizierte Ziel
- das hochgesteckte, ehrgeizige Ziel. Es kann erreicht werden, wenn alles zusammenspielt. Der Kreis der darum Wissenden wird schon kleiner (mein Favorit)
- DIE VISION. Der Wunsch über sich hinauswachsen zu können. Mit einem perfekten Tag ist "alles" oder sagen wir vieles möglich. Dies behält man am besten für sich.

Ich mache das auch so. Natürlich habe ich eine Wunschvorstellung. Diese kann aber auch Gefahren bergen. Wenn man sich zu stark nach dieser ausrichtet, kann man, wenn's nicht läuft, daran zerbrechen.
Bezogen auf meinen ersten Ironman wäre das sehr schade.
Doch was ist mein ZIEL? Finishen? Natürlich will ich finishen. Kommt keine Verletzung dazwischen ist dies zu 100% realistisch. Ich habe aber genug trainiert, so dass ich meine Ziele auch etwas höher stecken darf. Auch wenn mir bis jetzt die Erfahrung der Ironman-Distanz (3.8/180/42) fehlt, kann ich doch auf diverse Wettkämpfe zurückblicken. So kann ich eine Tendenz ableiten - auch wenn der Ironman seine eigenen Gesetze hat!! Dessen bin ich mir bewusst.
Also was nun? 10 Stunden und 15 Minuten. Kein Weltrekord, aber eine starke Zeit.

2. Zeitlich begrenzt und messbar
Naja, messbar ist kein Problem. Nach dem Zieldurchlauf habe ich es "Schwarz auf Weiss".
Zeitlich begrenzt? pah - unwichtiger Punkt. Klar gilt dies nur für einen Wettkampf. Denn: Nach dem Wettkampf ist schon wieder vor dem Wettkampf. Neue Ziele werden ausgedacht.

Doch bitte: Den Moment der Zielankunft geniessen nicht vergessen! :-)
Egal ob dann 10h 10min oder 10h 20min auf der Uhr steht!

Zum Thema Ziele im Sport fällt mir noch Köbi Kuhn vor der EM ein. Er hat sich weit aus dem Fenster gelehnt. Hat vom Europameister-Titel gesprochen. Ist dann mit der Mannschaft gescheitert und man hat ihn wegen seinen vermessenen Zielen kritisiert. Das ist lächerlich von der Öffentlichkeit! Hätte er im Vorfeld gesagt: Wir wollen einfach mal die Vorrunde überstehen, hätte er als der Mann ohne Visionen dagestanden. Köbi Kuhn hat vielleicht den "Fehler" gemacht von seiner Optimum-Wunschvorstellung in der Öffentlichkeit zu sprechen... Aber ich fand's gut.

Sandro

Dienstag, 16. Juni 2009

Zyturm-Triathlon (Zug)

Am letzten Sonntag finishte ich meinen ersten Triathlon der Saison 2009 über die Olympische Distanz (1.5/40/10). Am Zytturm-Triathlon in Zug waren wieder die üblichen (starken) Verdächtigten am Start. Es scheint, als ob dort niemand fehlen möchte. Somit geht auch der Kampf um die Ranglisten-Plätze jeweils ziemlich eng aus.

Kurz der Reihe nach:
Hektik brach schon vor dem Start aus. Beim Abholen der Startnummer. Dieses Prozedere dauerte länger als erwartet. Ich hatte meine Nerven also schon bevor es losgegangen war verloren. :-)
Vor dem Start um 08:15 Uhr blieb mir gerade noch genug Zeit, um kurz in den See zu steigen, zehn Züge zu schwimmen und schon hiess es ab in die Startaufstellung.

Ich hätte mich weiter vorn hinstellen sollen. So aber sah ich mich nach dem Startschuss mitten im Getümmel wieder. Die herrlichen Platzkämpfe - wie ich das liebe! :-) Dort mal ein Fussschlag kassieren, da selber mal einen wegstossen - alles kann man sich ja nicht gefallen lassen. Aber immer fair bleiben!
Nach 24 Minuten stieg ich wieder aus dem Wasser. Wechsel. Und ab auf's Rad.

Auf dem Rad lief es mir gut. Ich konnte ohne Probleme zahlreiche Plätze gut machen. Vom Gefühl her musste ich nicht mal eng am Limit fahren. Das wiederum wirft die Frage auf: Könnte ich nicht einfach schneller fahren? Keine Ahnung. Ich glaube aber schon. Was auch schön ist: Ich muss mir nicht vorwerfen, auch nur einmal, bei einem anderen Athleten im Wandschatten gefahren zu sein!

Letzter Wechsel in die Laufschuhe nach 59.17 Rad-Split. Die 10 Kilometer liefen mir, nach kurzer Gewöhnungszeit, gut. Vom Gefühl her dachte ich zwar, dass ich schneller unterwegs gewesen bin als die Zeitmessung ausspukte. Übel ist die Laufzeit jedenfalls nicht und ich glaube auch hier noch etwas Reserven zu haben. Das Laufgefühl war jedenfalls gut.

Meine Endzeit liegt bei 2:02.50. Dies ist eine ansprechende Zeit, so vie kann ich Euch sagen.

Well done! :-)

Dienstag, 9. Juni 2009

Unterwegs mit den "Gümmeler"

Meine "Erholungswoche" ist auch bereits Geschichte. Eine Erholungswoche, welche aber ein intensives Radrennen beinhaltete.
Am vergangenen Samstag ging ich, wie bereits angekündet, an den Start des Radrennens in Gippingen (Aargau). Die Strecke führte über einen Rundkurs von 5 x 19.6 km. Total also 98 Kilometer und 1'200 Höhenmeter. Die Original-Route der Profis, welche dann am Sonntag ihr Rennen über zehn Runden abhielten. Das Wetter versprach ja nicht viel Gutes. Vor dem Start ging prompt ein Platzregen nieder. Glücklicherweise besserte sich die Lage aber schnell und wir konnten bei "trockenen" Bedingungen an die Startaufstellung herantreten. Der Startschuss erfolgte um 13:45.

Sogleich ging es richtig zur Sache. Erste kurze Steigung, mein Puls kratzte erstmals die 160er Marke. Ganz kurze "Erholung" in einer kurzen Abwärtspassage und dann gings in den harten Aufstieg zum Loorholz! Diese Steigung ist echt hart und die Herzfrequenz schnellte senkrecht in die Höhe - 170 bis 180 Schläge pro Minute erreichte ich problemlos. Dann ging's runter. Die Abfahrt nach Hettenschwil konnte ich für etwas Erholung nutzen. Einfach im Feld fahren und ab und zu die Führung übernehmen. Möglichst viel Laktat abbauen. Es folgte der nächste Anstieg auf die Strickhöhe, dieser war aber nur halb so schlimm. Via Reuenthal führte die Strecke weiter wieder nach Gippingen über Start/Ziel. Runde eins war geschafft. Bis dahin blieb das Feld von ca. 54 Fahrern, welche über die lange Strecke fuhren, noch mehr oder weniger zusammen. Dies änderte auch auf der zweiten Runde noch nicht wirklich. Die dritte Runde brachte dann aber eine Selektion! Der dritte Aufstieg auf's Loorholz fuhren wir in einem recht hohen Tempo, was dazu geführt hat, dass viele Fahrer den Anschluss verloren. Ich befand mich nach diesem anstrengenden Antritt aber in der Spitzengruppe. Wobei zu sagen ist, dass ein Fahrer, der spätere Sieger, mit ca. 1'35'' solo unterwegs war. Leider gab es in dieser Spitzengruppe keine Harmonie. Keiner wollte etwas investieren, um den "Flüchtling" zu stellen.

Zu meiner Freude machte das Wetter fast vier Runden lang mit. Auf den letzten Kilometer der vierten Runde öffnete jemand die Schleusen von oben. Hagelkörner und starker Regen war es was wir bekamen. Noch eine Runde. Man fühlte sich immer mehr wie im TV, wenn man die Rennen der Profis verfolgt. Taktisches Geplänkel - auf Amateur-Stufe - prägte das Fahrverhalten. Die meisten mochten nicht mehr führen. Ungefähr vier Kilometer vor dem Ziel starteten einzelne Fahrer Ausreisversuche, welche ich persönlich wieder schloss. Auch ich habe es einmal halbherzig versucht, spürte aber sofort, dass ich nicht entscheidend wegkommen kann. Es kam wie es kommen musste. Sprintentscheidung.
Sprintstärke steht nicht im Anforderungsprofil von einem Ironman-Athleten. :-) Es fehlte mir etwas die Kraft respektive ich verpasste vielleicht den richtigen Moment um im Finish die Nase ganz vorne zu haben. Nach 2 h 37 min erfolgte die Zieldurchfahrt der Fahrer auf den Plätzen 3 bis 13, alle innerhalb von zwei Sekunden. Ich belegte den elften Rang - zwei Sekunden vom Podest weg. So ist der Radsport.

Hat jedenfalls Spass gemacht und mein Ziel, ein hartes Training zu absolvieren, war zu 100% erfüllt. Natürlich bin ich auch mit meiner Leistung zufrieden, obschon selten 100%. ;-)

Herzfrequenz und Höhenmeter
Herzfrequenz-Verlauf. Markannt sind die Spitzen in den Steigungen


vor dem Rennen
nach dem Rennen

Mittwoch, 3. Juni 2009

Wochenrückblick (25.5. - 31.5.)

Noch 38 Tage bis zum Start...
... und ich werde immer etwas nervöser. Jedenfalls habe ich schon recht "angespannte" Phasen.
Geträumt habe ich vorgestern Nacht auch vom Wettkampf.
Kurz vor dem Start kam ich total in den Stress mit meiner Verpflegung. Ich wusste nicht wie viele Riegel ich auf die Radstrecke mitnehmen soll und wie ich diese mittransportieren kann. Dann wollte ich meinen Sattel von meinem Mechaniker noch einmal anziehen lassen. Stattdessen löste er ihn und konnte ihn nicht mehr richtig anziehen und ich wusste die genau Sattelhöhe nicht mehr!!! Man... ich erwarte nächstens noch positivere Träume - hoffentlich!

Trainingsmässig hielt die vergangene Woche ein paar nahrhafte Trainings für mich bereit. Intensive Einheiten in allen drei Disziplinen standen auf dem Plan.

Am Samstag absolvierte ich eine lange Radfahrt mit meinem Tri-Rad (endlich!!)! Das war ein wichtiger Test, um zu sehen, ob die letzte Woche optimierten Radeinstellungen was gebracht haben. mein neuer Aero-Aufsatz
Ich muss sagen, dass ich schon recht zufrieden bin. Somit sollte sich die Frage nach der Radwahl dann eigentlich erledigen.
Mein neuer Aero-Aufsatz



Nun befinde ich mich in einer Erholungswoche mit weniger Training. Am Samstag starte ich dann ziemlich sicher am Radrennen in Gippingen (Aargau). Das Wetter scheint allerdings schlecht zu sein am Wochenende. Aber, trainieren muss ich ja so oder so. Also kann ich auch gerade so gut an einem Rennen starten. Die Wichtigkeit dieses Wettkampfes ist nicht hoch, sondern gilt als Vorbereitung, als hartes Training.

Schöne Woche noch.
Sandro