Ziele im Sport (Im Besonderen Wettkampf-Ziele)
1. Realistisch und erreichbar
Mit dem 'Realistisch' habe ich im Sportbereich etwas Mühe. Klar, ich setze mir nicht das Ziel, dass ich als Amateur am Ironman Zürich den Profi Ronnie Schildknecht schlage. Dies wäre absurd und unrealistisch.
Ich finde im Sport darf man seine Ziele aber ruhig etwas gewagt definieren. Wo bleiben sonst die Visionen und Emotionen? Man sollte bei Nichterreichen seiner kühnsten Ziele (vielleicht sollte man sie Träume nennen) einfach nicht zu fest enttäuscht sein...
Darum definieren Sportler meist zwei bis drei verschiedene Ziele:
- das realistische, sehr wahrscheinlich erreichbare und öffentlich kommunizierte Ziel
- das hochgesteckte, ehrgeizige Ziel. Es kann erreicht werden, wenn alles zusammenspielt. Der Kreis der darum Wissenden wird schon kleiner (mein Favorit)
- DIE VISION. Der Wunsch über sich hinauswachsen zu können. Mit einem perfekten Tag ist "alles" oder sagen wir vieles möglich. Dies behält man am besten für sich.
Ich mache das auch so. Natürlich habe ich eine Wunschvorstellung. Diese kann aber auch Gefahren bergen. Wenn man sich zu stark nach dieser ausrichtet, kann man, wenn's nicht läuft, daran zerbrechen.
Bezogen auf meinen ersten Ironman wäre das sehr schade.
Doch was ist mein ZIEL? Finishen? Natürlich will ich finishen. Kommt keine Verletzung dazwischen ist dies zu 100% realistisch. Ich habe aber genug trainiert, so dass ich meine Ziele auch etwas höher stecken darf. Auch wenn mir bis jetzt die Erfahrung der Ironman-Distanz (3.8/180/42) fehlt, kann ich doch auf diverse Wettkämpfe zurückblicken. So kann ich eine Tendenz ableiten - auch wenn der Ironman seine eigenen Gesetze hat!! Dessen bin ich mir bewusst.
Also was nun? 10 Stunden und 15 Minuten. Kein Weltrekord, aber eine starke Zeit.
2. Zeitlich begrenzt und messbar
Naja, messbar ist kein Problem. Nach dem Zieldurchlauf habe ich es "Schwarz auf Weiss".
Zeitlich begrenzt? pah - unwichtiger Punkt. Klar gilt dies nur für einen Wettkampf. Denn: Nach dem Wettkampf ist schon wieder vor dem Wettkampf. Neue Ziele werden ausgedacht.
Doch bitte: Den Moment der Zielankunft geniessen nicht vergessen! :-)
Egal ob dann 10h 10min oder 10h 20min auf der Uhr steht!
Zum Thema Ziele im Sport fällt mir noch Köbi Kuhn vor der EM ein. Er hat sich weit aus dem Fenster gelehnt. Hat vom Europameister-Titel gesprochen. Ist dann mit der Mannschaft gescheitert und man hat ihn wegen seinen vermessenen Zielen kritisiert. Das ist lächerlich von der Öffentlichkeit! Hätte er im Vorfeld gesagt: Wir wollen einfach mal die Vorrunde überstehen, hätte er als der Mann ohne Visionen dagestanden. Köbi Kuhn hat vielleicht den "Fehler" gemacht von seiner Optimum-Wunschvorstellung in der Öffentlichkeit zu sprechen... Aber ich fand's gut.
Sandro
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