Mittwoch, 23. September 2009

San Diego, USA (1)

Seit fünf Tagen bin ich nun in San Diego (La Jolla). Nach meiner Ankunft am Flughafen von San Diego und der Fahrt zu meiner Homestay family war ich einfach nur müde und irgendwie "unhappy". Mehrheitlich fremde Sprache, fremde Leute usw. Gut, zum Glück bin ich ja mit meinem Bruder unterwegs. Das macht alles halb so schlimm für mich.

Mein Gefühl änderte sich auch am nächsten Tag nicht wirklich. Was, Wie, Wo. Diese Fragewörter stellten sich mir immer wieder in den Weg.

Sonntag, zwei Tage später, reicher an Informationen und etwas mehr Überblick sah die Welt dann schon wieder etwas rosiger aus. Wir fuhren mit dem Rad der Küste entlang auf der Route 101 über Del Mar bis nach Salona Beach. Das war herrlich! Wunderbarer Blick auf den Pazifik und gute Bedingungen um Rad zu fahren! Ich war froh, endlich wieder etwas "Erhaltungstraining" zu bekommen.

Am Montag stand der erste Schultag auf dem Programm! Wir hatten als erstes einen Einstufungstest zu absolvieren. Ich machte mir nicht gross Gedanken darüber. Begann und irgendwann war die Zeit gelaufen. So, ich kann nur machen was ich kann. Einzelne Aufgaben waren aber echt nicht einfach.
Scheinbar hat es gereicht. Seit gestern Dienstag bin ich in einer FCE Klasse.
Und - sehr wichtig - seit Dienstag haben wir ein Auto!!! Das ist schon die Grundlage für ein angenehmes Leben in San Diego.

Zum Lachen oder doch eher zum Heulen ist noch folgendes:
Wir müssen bei unserer Familie unser Bett machen. Ja, stimmt! Das ist ja eigentlich normal. ABER, wir dürfen es nicht irgendwie machen, sondern genau wie die Dame des Hauses dies möchte... Ich bin 29 und muss mir also sagen und zeigen lassen, wie ich mein Bett zu machen habe... Lachen oder weinen? Ich glaube Lachen ist besser :-)
Im Ernst: Es gibt ein paar Dinge die stressen etwas. Aber was will man machen, wir sind zu Gast, allerdings zahlender Gast, aber die Gastgeber sind nicht mehr die Jüngsten und somit ist es wie es ist. Wir hätten ja die Wahl und können jederzeit die Familie wechseln. Aber ich denke wir bleiben - das Essen ist hervorragend!!!

Also, bis bald wieder aus San Diego.

Sandro

Montag, 21. September 2009

Fertig!

Irgendwann ist Schluss. Schluss mit der Saison 2009. Das wurde aus meinem letzten Bericht schon deutlich.

Eine lange und recht erfolgreiche Saison liegt hinter mir. Viele lange Abendstunden während den Wintermonaten im Fitnesscenter, zahlreiche Stunden draussen auf dem Rad, im Pool oder in meinen Laufschuhen - sie alle dienten der Vorbereitung auf die Wettkampfzeit im Sommer. Das Ziel war, im richtigen Moment in persönlicher Topform hinter der Startlinie zu stehen. Mein Hauptziel war 2009 der Ironman Switzerland! Ich bin der Meinung, es hat geklappt und ich war bereit! Bei meiner Ironman-Premiere gelang mir ein sehr gutes Rennen, obwohl ich ja nicht ganz genau wusste, wie es sein wird. Spielt der Körper mit? Sehnen, Gelenke, Magen usw. Material in Ordnung? Ja, es war gut! Und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich noch mehr Potential habe und dieses in Zukunft auch abrufen werden kann.

Auch bei kürzeren Herausforderungen konnte ich meist eine gute Leistung an den Tag legen. Lediglich einen Rückschlag musste ich verdauen - Uster. Locarno lieferte aber gutes Gegenmittel! Man muss auch akzeptieren, dass nicht jedes Rennen, das Rennen des Lebens sein kann.

Natürlich muss ich weiter an meinen Schwächen arbeiten! Ich kenne sie und habe vor so viele wie möglich zu beseitigen! Die Arbeit beginnt jetzt. Gut noch nicht ganz jetzt - bin jetzt erst einmal in San Diego, da muss ich mich erst einmal orientieren und mir mein Trainings-Revier suchen. Dies ist aber eine andere Geschichte...

Vielen Dank an alle, die mich 2009 unterstützt haben!! Es bedeutet mir viel, wenn jeweils Freunde an der Wettkampfstrecke mit dabei sind und mich anfeuern. Nehmt es mir bitte nicht übel, wenn ich nicht immer lache :-) Ganz speziell - Danke an Corinne! Sie muss auch meine Stimmungsschwankungen vor Wettkämpfen und nach schlechten Trainings ertragen! ;-)

Grüsse aus San Diego,
Sandro

Dienstag, 8. September 2009

The last one...

... in Ticino! Zurück von einem sportlich recht erfolgreichen und auch sonst sehr gelungenen Wochenende im Tessin! Am Samstag reisten wir zum letzten Wettkampf der Saison in den Süden der Schweiz. Das Ganze lief recht entspannt ab. Soll heissen, die Nervosität hielt sich in Grenzen. Zusammen mit Freunden "genossen" wir die Atmosphäre in der Sonnenstube der Schweiz. Bei allem Geniessen - ich nahm's natürlich schon noch mit der nötigen Seriosität! Bin ja schliesslich Profi ;-). Im Wettkampfgelände stieg die Anspannung dann auch kurzerhand empor. Also, schnell Startnummer abgeholt und möglichst bald wieder weg vom Getümmel.

Noch einmal die Kohlenhydratspeicher füllen. Unter diesem Motto standen die jeweiligen Mahlzeiten. Gar nicht so einfach, denn die Versuchungen in Ascona sind gross.

Federer und die CH-Nati waren siegreich. Somit konnte ich gut einschlafen.

Zum "Frühstück" gab es im Hotelzimmer ein angestaubtes Baguette. So früh war das Frühstücksbuffet leider noch nicht geöffnet!

Kurz später stehe ich auch schon mit meinem Neo am Start zu den 2.5km Schwimmen. Zum Glück Neo - das Wasser war nicht wirklich warm und die Wellen vom Wind nicht zu unterschätzen! Der Startschuss zum Mitteldistanz-Wettkampf fiel um 08:30 Uhr. Nach einigen unfreiwilligen Schlücken Seewasser erreichte ich nach unspektakulären 49 Minuten wieder festen Boden unter den Füssen.

Taugen meine Beine heute auf dem Rad was sie versprechen? Nun, für einmal nur teils, teils. Es war sicher nicht wie erhofft. Ich versuchte mehrheitlich auf der gesamten Strecke Druck zu machen, aber das Gefühl war etwas ein "Würgen". So hatte ich Gedanken von "das chunt dänn scho" über "nöd guet hüt" bis hin zu "kei Biss meh, musch akzeptieren". Selbst als es oben im Maggiatal richtig steil wurde, wollte es nicht wie ich mir das sonst bei Kletterpartien gewohnt bin. Mein nächstes Ziel war die Wechselzone und die Spannung auf den abschliessenden Lauf über 20km.

Von Anfang an ein gutes Tempo laufen und dabei den Rhythmus finden. Es gelang. Nach einigen unkoordinierten Atemzügen, die sich eher wie ein Jammern anhören mussten, passte alles recht gut zusammen. Eine schöne und abwechslungsreiche Laufstrecke die ich in 1h 16 min. absolvierte. Damit habe ich die 15. schnellste Laufzeit overall an diesem Tage realisiert!

Ein guter Abschluss der Saison 2009!

Den Abend genossen wir in Ascona. Endlich konnten wir auf eine starke und lange Triathlon-Saison anstossen!

Geniesst den Altweiber-Sommer!
Sandro

Mittwoch, 2. September 2009

Alles hat ein Ende

Mein erster Tag als Triathlon Profi. Radfahren wenn andere im Büro sitzen und auf die Tastatur einschlagen. Warum ich zu meinem neuen Job komme? Ganz einfach: Habe sonst keine Arbeit mehr. Arbeitslos bin ich deswegen aber nicht. Triathlon Profi eben. Wo ist der Hacken? Ich verdiene nichts damit! :-)

Wie einfach jetzt doch das Training geplant werden kann. Kein Stress ins Schwimmbad über Mittag, trainieren und wieder ins Büro... Nur schade, dass die Saison kurz vor dem Ende steht und diese Woche das Tapering für Locarno die Trainingshäufigkeit,-dauer und -intensität bestimmt und nicht die vorhandene Zeit.

Nach Uster (23.8.) habe ich mich knapp zwei Tage erholt und dann noch einmal ein paar Einheiten von guter Qualität bewältigt. Jetzt hoffe ich, dass ich auf den Sonntag, 6.9., eine gute Form abrufen kann. Gut darauf einstellen. Alle Energie kanalisieren. Power für 2.5km Schwimmen, 80km Radfahren und 20km Laufen! Ich freue mich riesig auf diesen Wettkampf!

Alles hat ein Ende. Ja so ist es. Aber auch einen Anfang.
Zu Ende geht die laufende Triathlon Saison und über sechs Jahre Arbeit bei Star Coating im Marketing.
Zugleich beginnt am 17.9.09 meine Reise in die USA (San Diego). Gut drei Monate in Übersee bei den Amis. Ziel ist ein Sprachtraining. Etwas, dass ich bis jetzt grosszügig vernachlässigt habe.

Zurück zum Job. Professional Triathlete. Hört sich noch gut an? Natürlich bin ich nach wie vor Amateur :-)
Denn nach Definition sollte man mit seinem Tun als Profi seinen Lebensunterhalt oder einen Teil davon verdienen können. Trotzdem. Ich kann ja sagen was ich will.

In diesem Sinne - ich grüsse all die Profis da draussen!